Tausend Zeilen Film

Kinofilm



Tausend Zeilen Film


FSK 12 2D

FSK 12 | Länge 90 Min. |
Erschienen am
Drama

So kennen wir Michael Herbig als Regisseur noch gar nicht wirklich.

War uns Michael Herbig bislang eher für jede Menge Klamauk im Kino bekannt, besticht er dieses Mal als Macher des Dramas „Tausend Zeilen“.

Ins Visier nimmt er dieses Mal den Journalismus und greift damit ein durchaus ernstes Thema auf, das gerade in Zeiten von Populismus, Sensationsgier und thematischer Hascherei nach den besten Leserzahlen und Einschaltquoten aktueller scheint, denn je.

Im Kino erleben wir den Journalisten und Starreporter Lars Bogenius (Jonas Nay), für den offenbar alles perfekt zu laufen scheint. Doch irgendwas kann am Erfolg des leichtfüßig schreibenden Bogenius nicht stimmen. Glaubt zumindest der freie Journalist Juan Romero (Elyas M´Barek, der hier einmal mehr nicht den Zeki Müller spielt) und kommt einem Presseskandal auf die Spur. Irgendwie erinnert das alles an den Spiegel-Skandal rund um die Hitler-Tagebücher, nähert sich aber vielmehr aktuelleren Skandalen rund um den Presseskandal um die Person Claas Relotius an.

Perfekt scheint es Bogenius zu gelingen, die Leser in seinen Bann zu ziehen und ihnen spannende und emotionsgeladene Geschichten zu liefern. Nicht zuletzt damit zieht er sein Verlagshaus immer wieder aus dem Sumpf, gewinnt Preise und scheint der Top-Journalist überhaupt zu sein.

Bei seinen Recherchen stellt Juan Romero jedoch fest, dass an den erzählten Geschichten des Lars Bogenius wohl nicht alles der Wahrheit entspricht. Und noch viel schlimmer: Eine Menge der Veröffentlichungen sind einfach nur frei erfunden und haben sich niemals ereignet.

Aber die Redaktion glaubt Romero nicht und versucht, den herannahenden Skandal herunterzuspielen. Juan Romero bleibt nichts anderes übrig, als seinen Gegenspieler mit journalistischen Mitteln zur Strecke zu bringen.

Auch wenn der Film im Kinoprogramm als Drama gelistet ist, bleibt es ganz in der Art eines Michael Herbig doch eine Satire, wenngleich diese nicht an Zeit- und Systemkritik spart. Nun bleibt es beim Zuschauer im Kino, sich seinen eigenen Reim auf Dichtung und Wahrheit, Drama und Satire zu machen. Und das ist gut so.

Auch wenn Michael Herbig gemeinsam mit Drehbuchautor Hermann Florin die komischen Anteile nicht übertreibt, macht der Kinofilm doch Spaß und deckt fast schon nebenher den kritischen Aspekt nicht zu. Mit einer gewissen Leichtigkeit bewegt man sich so durch ein doch recht anspruchsvolles Thema, lässt die Zuseher aber weder tief erschüttert, noch hilflos zurück. Und genau das scheint es zu sein, was diesen Film im Kinoprogramm so sehenswert macht.

Keinesfalls ist es trotz der vielen Anspielungen auf Begebenheiten aus der Wirklichkeit der Medienlandschaft die Absicht, in „Tausend Zeilen“ echte Kritik auch als solche auszusprechen. Und dennoch gelingt es, die Kinogänger mitzunehmen auf eine Reise zwischen Schein und Sein, die eben durchaus auch humorvoll sein kann.

CinemaXXL meint zu „Tausend Zeilen“: Sehenswert, macht Spaß und hält sich mit einem gewissen kritischen Blick dennoch nicht zurück. Michael Herbig eben doch ein wenig anders. Aber sehenswert in jedem Fall! Nicht nur wegen eines wiederum überzeugenden Elyas M´Barek.

Verleih:
Warner Bros.
Regisseur:
Michael Herbig
Mitwirkende:
Elyas M'Barek, Jonas Nay, Michael Ostrowski

Alle Bilder zu "Tausend Zeilen":

Neuen Kommentar schreiben

Um einen Kommentar schreiben zu können,
musst du angemeldet sein.


Kommentare

Es sind noch keine Kommentare zu
"Tausend Zeilen"
vorhanden.