Sons of Norway

Komödie/Drama | FSK 12 | Spieldauer 88 Min.



Sons of Norway


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FSK 12 2D

FSK 12 | Länge 88 Min. | Erschienen am 05.07.2012
Komödie/Drama | Norwegen/Schweden/Frankreich/Dänemark/2011

Es ist das Ende der Siebzigerjahre und der 14-jährige Nikolaj lebt das typische Leben eines Jungen, dessen Eltern die Hippiebewegung voll ausleben und den eigenen Kindern alle Freiheiten lassen. Doch als Nikolajs Mutter bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, fällt sein Vater Magnus in eine tiefe Depression. Der Junge weiß nicht mehr weiter, als er von seinem besten Freund auf die Musik der Sex Pistols aufmerksam gemacht wird. Nikolaj ist so begeistert, dass er sich selbst eine Gitarre kauft. Als sein Vater plötzlich aus seiner Depression herausfindet, unterstützt er seinen Sohn bei dessen Wandel zum Punkrocker.

Mit seinem vor Lebensfreude überbordenden Initiationsfilm verneigt sich "Anderland"-Macher Jens Lien vor den 70ern, dem Punk und einer einzigartigen Hippie-Vaterfigur. Geschichten über das Erwachsenwerden gibt es zur Genüge. Doch diese Coming-of-Age-Dramödie schlägt vieles bisher Dagewesene um Längen. Das hat viele Gründe: Zum einen versteht es der Norweger Jens Lien, der bereits mit seiner visuell beeindruckenden Utopie "Anderland" (2006) ein Ausrufezeichen setzte, hervorragend, die Balance zwischen Komik und Tragik, zwischen verspielter Verrücktheit und ernsthafter Ehrlichkeit, zu halten. Zum anderen lässt er gelungen eine Ära - die späten 70er Jahre - wiederauferstehen, die der Regisseur wie seine Westentasche zu kennen scheint. Es ist die Zeit der freien Liebe und des Anarchismus, als Kevin Keegan noch beim HSV kickte und die Sex Pistols den Punk salonfähig machten. Der Punk ist es auch, der den kleinen Nikolaj derart fasziniert, dass er selber zu einem wird. Schließlich muss er sich von seinem Vater Magnus absetzen, einem wilden, das Leben in vollen Zügen genießenden Hippie-Haudegen, der gegen den Kapitalismus wettert, auf freie Körperkultur steht (Höhepunkt ist eine Landpartie auf dem Motorrad im Adamskostüm), ein Sinnbild für antiautoritäre Erziehung ist und als Architekt mit seinen revolutionären Ideen die Welt verändern will. Mit der wuchtigen Perfomance von Sven Nordin, der in "Elling" bereits an einer weiteren skandinavischen Kinoperle maßgeblich beteiligt war, steht und fällt auch dieser Film, der auf dem autobiografischen Roman "Theory and Praxis" basiert und mit dem der Autor Nikolaj Frobenius (sein Drehbuch "Insomnia" wurde für Christopher Nolans US-Fassung adaptiert) seinem Vater eine liebevolle Hommage geschenkt hat. Jens Lien hat das Beste aus der Vorlage herausgeholt, präsentiert farbentsättigte Bilder, die so wirken, als wären sie tatsächlich vor über 30 Jahren entstanden, lässt von den Buttons auf den schwarzen Punk-Klamotten über die bunte Blümchentapete im Wohnzimmer bis hin zum urigen Wohnmobil-VW-Bus kein einziges Detail jener Epoche aus und schwelgt in einem Soundtrack, zu dem die eingängigen Songs des Electric Light Orchestra ebenso gehören wie der harte, laute Pistols-Punk. Trotz einiger tieftrauriger Momente (Nikolajs Mutter stirbt unerwartet, er selbst hat einen schweren Motorradunfall) verliert "Sons auf Norway" nie seine positive, optimistische Grundstimmung und wird darüber hinaus zu einem filmischen Plädoyer gegen alles, was angepasst, uniformiert und gleich ist, kurz: Lien hat dem Publikum erneut ein kleines, feines Arthaus-Juwel geschenkt. lasso.

Verleih:
Alamode (Filmagentinnen)
Regisseur:
Jens Lien
Mitwirkende:
Åsmund Høeg (Nikolaj), Sven Nordin (Magnus), Sonja Richter (Lone), Tony Veitsle Skarpsno (Tor), Camilla Friisk (Nina)


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