24/7 - The Passion of Life

Drama/Erotik | Spieldauer 120 Min.



24/7 - The Passion of Life


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FSK 0 2D

Länge 120 Min. | Erschienen am 16.02.2006
Drama/Erotik | Deutschland/2005

Die junge Eva (Marina Anna Eich) ist drauf und dran, in die Fußstapfen ihres Vaters, eines Hoteliers, zu treten. Die Soziologin und Mythenforscherin Magdalena (Mira Gittner) nennt sich nach Feierabend "Lady Maria" und bestraft solvente Herren in einem SM-Studio. Als beide einander über den Weg laufen, ist es zumindest bei Eva Faszination auf den ersten Blick. Neugierig lässt sie sich von ihrer neuen Freundin die Wunderwelt des Schmerzes und der Unterwerfung zeigen. Eine recht eigenwillige, religiöse Komponente gibt Roland Rebers filmischer Meditation über erotische Selbstfindung einen sicher nicht jedermann zuträglichen Beigeschmack.

Die Inszenierungen von Sexualität und Fantasien in Verbindung mit religiösen (Wahn-)Vorstellungen bilden den Kern von Roland Rebers filmischem Diskurs über erotische Selbstfindungen und Identitätsbildung. Als Handlungsfaden dient die zufällige Begegnung der Hotelierstochter Eva (Marina Anna Eich) mit Soziologin und Mythenforscherin Magdalena (Mira Gittner, auch Kamera und Schnitt), die als "Lady Maria" ein S/M-Studio betreibt, wo Kunden Lektionen in Demut lernen. Weil Eva dort alles "so fantasievoll und friedlich" findet, lässt sie sich von Magdalena überreden, in Strip-Bars und Swinger-Clubs ihr Selbst zu finden. Der Trip durch die Subkultur, bei dem Eva auf den Liebe und Sex streng trennenden Mike als Reiseführer trifft, der sich dann doch in sie verliebt, führt zum Streit mit Evas Vater, der ihr "degeneriertes Getue" verabscheut. Die rudimentäre Handlung ist Vorwand für distanziert und extrem emotionslos gefilmte Sequenzen, die Magdalenas Theorien über "geil sein als Idee von heil sein", den Mythos Jesus, die Schöpfungs- und die Passionsgeschichte, Engel und Satans Verbannung untermauern sollen. So ist hier denn auch mehr Wille und Vorstellung am Werk als echte filmische Fantasie. Die Szenen, die "lustvolle Unterwerfung und schmerzhaftes Entzücken" von Menschen in Schweinsmasken schildern, die Einläufe "für die Entmenschlichung" verpasst bekommen, sind mit (im Nachspann nicht aufgeführter) eindeutig religiös definierter Musik - Bach, Mozart, Requiem, Choräle - unterlegt: für gläubige Menschen eine Zumutung und wohl die Provokation, auf die es der Film angelegt hat. Wieder andere, die Jesus in Windeln am Kreuz zeigen, sind möglicherweise von "Nirvana" und ihren berühmten Musikvideos abgekupfert und wirken eher bemüht (die Beichtstuhl-Sequenz) oder lächerlich. Wie andere Filme, die sich in der Nachfolge feministischer Geschlechterforschung am Thema Sexualität versuchen, so der ungleich bessere "Female Perversions" (von Susan Streitfeld, mit Tilda Swinton), landet auch "24/7" (der Titel behauptet, der Mensch wäre 24 Stunden am Tag sieben Tage lang ein Sklave) das Grunddilemma nicht auf: Theorie und Film gehen schlecht zusammen. Und wer kein Godard ist, hat Mühe, adäquate Bilder und Töne zu finden. Das Finale, ein eindeutiges Bekenntnis zu Satan, der als Frau Gott besiegt, sollte zu Diskussionen in Programmkinos führen, wo der Film sein Nischenpublikum finden wird. ger.

Verleih:
WTP International
Regisseur:
Roland Reber
Mitwirkende:
Marina Anna Eich (Eva), Mira Gittner (Lady Maria), Christoph Baumann (Dominik), Michael Burkhardt (Mike), Reinhard Wendt (Elfriede)


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Kommentare

Insgesamt 5 Kommentar(e) vorhanden


Kommentar von reihwie
26.08.2017 18:23 Uhr

24/7 The Passion of Life
Der Trailer sagt gar nichts aus . Darum gehe ich nicht ins Kino .

Kommentar von szhusky
17.08.2017 11:30 Uhr

Dieser Kurztrailer ist in keinster Weise aussagekräftig. Auf Grund dessen würde ich mir den Film auch nicht ansehen.

Kommentar von pidder
14.08.2017 21:05 Uhr

wie bitte, Erotik ? Fehlanzeige, absolut lächerlich - mein Untertitel lautet: nein danke

Kommentar von Robo73
05.08.2017 13:52 Uhr

wer ab 0 Jahren interessiert sich den für so einen film ? die altersfreigabe muss ein Druckfehler sein.

Kommentar von GoldSaver
28.07.2017 06:06 Uhr

Drama ist eigentlich nicht so mein Fall, daher würde ich den Film mir wohl auch nicht näher anschauen.
Was mich ein wenig wundert ist, das es "Erotik" sein soll, aber eine Altersfreigabe von 0 Jahren hat.