Tuyas Hochzeit

Drama/Komödie | FSK 12 | Spieldauer 96 Min.



Tuyas Hochzeit


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FSK 12 2D

FSK 12 | Länge 96 Min. | Erschienen am 23.08.2007
Drama/Komödie | China/2006

Täglich steht Schafzüchterin Tuya (Nan Yu) zeitig auf, um ihren behinderten Mann Bater (Bater), die beiden Kinder, Hof und Vieh zu versorgen, abends fällt sie erschöpft ins Bett. Eines Tages verletzt sie sich am Rücken, wird invalide und schafft daher den Gang zum 15 km entfernten Brunnen nicht mehr. Damit die Familie nicht verhungert, beschließen sie und Bater, sich scheiden zu lassen, damit sie einen gesunden Mann findet, der alle mitversorgt. Schon anderntags rennen ihr die vielen Bewerber die Tür ein, doch der Richtige will einfach nicht kommen. Chinas Männerüberschuss ist Zentrum von Quan'an Wangs in der rauen mongolischen Steppenlandschaft angesiedeltem, lakonisch-humorvollen Frauenfilm, der in Berlin 2007 den Goldenen Bären gewann. Hauptdarstellerin Nan Yus Darstellung belebt das ruhige Drama.

Der Gewinner des Goldenen Bären geht als humorvoller Frauenfilm über eine schöne und tatkräftige Schafzüchterin in der Inneren Mongolei ins Ziel. Die Schafherde zu Beginn, fast eine Anspielung auf den Anfang von Chaplins "Moderne Zeiten", aber ohne dessen Satirefaktor, dient dem chinesischen Regisseur Wang Quan'an ("The Story of Ermei", "Lunar Eclipse") in seinem dritten Spielfilm als erstes Zeichen für sein Anliegen, vom Verlust der Hirtenkultur und den ökologischen und ökonomischen Veränderungen der Region zu erzählen, ohne Erdöltürme, Bürohäuser und Fabriken ins Bild zu setzen. Glücklicherweise entwickelt sich daraus kein karges Sozialdrama, sondern ein lakonisch komischer Frauenfilm, der von der kraftvollen Darstellung von Hauptdarstellerin Yu Nan (alle Filme von Wang und "Fureur", 2004, von Karim Dridi) lebt, die unter Kopftüchern und in Lammfellstiefeln fast nicht zu erkennen ist, aber ihre strahlende Schönheit bei der Preisvergabe zeigte. Yu Nan arbeitet als junge Schafzüchterin Tuya, die ihren behinderten Mann Batoer und zwei Kinder versorgen und Wasser aus einem 15 km entfernten versiegenden Brunnen holen muss. Als sie sich verletzt und nicht mehr so hart arbeiten kann, sucht sie auf Anraten der Schwägerin einen Mann. Bedingung vor der Scheidung: Der Neue muss den alten Ehemann mitversorgen. Als etliche Freier abziehen, scheint sich mit einem durch Erdöl reich gewordenen Klassenkameraden, den Tuya 17 Jahre nicht gesehen hat, eine vernünftige Lösung anzubahnen. Batoer, der im Pflegeheim einen Selbstmordversuch unternimmt, macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Erst ein herzensguter Nachbar und Verehrer, den alle als Nichtsnutz und Trinker abtun, bringt mit dem Graben eines Brunnens vor Tuyas Steinhaus und einem erfolgreichen Antrag alles ins Lot. "Tuyas Ehe" spielt im mongolischen Teil Chinas in einer Steppenlandschaft am Rande von Wüste und Gebirge, durch die sich eine schnurgerade Autobahn als einzige Schnellverbindung in die Stadt zieht. Folglich ist der Erzählrhythmus der karstigen Strauchlandschaft angepasst. Die Kamera von Lutz Reitemeier zeigt die raue Schönheit der Mongolei u.a. in einer spannenden Szene, als Tuya den Sohn mit einem Kamel aus einem Schneesturm rettet. Ähnlich wie Nikita Michalkows "Urga" (1991) und "Mongolian Pingpong" (2006) ein Film nicht nur für China-Liebhaber, sondern dank Yu Nan ein starkes Stück Kino um einen Trotzkopf mit Aussicht, der in Arthouse-Kinos reüssieren kann. ger.

Verleih:
Arsenal
Regisseur:
Quan'an Wang
Mitwirkende:
Yu Nan (Tuya), Bater (Bater), Baolier (Baolier), Zhaya (Zhaya)


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