Sommer in Orange

Komödie | FSK 12 | Spieldauer 110 Min.



Sommer in Orange


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FSK 12 2D

FSK 12 | Länge 110 Min. | Erschienen am 18.08.2011
Komödie | Deutschland/2011

Eine Gruppe orange gewandeter Sannyasins, Anhänger von Bhagwan, entschließt sich, auf einem geerbten Bauernhof im bayerischen Örtchen Talbichl ein Therapiezentrum zu bauen. Das bedeutet nicht nur einen kräftigen Kulturschock bei den alteingesessenen Einwohnern, sondern auch eine schwierige Situation für die Kinder Lili und Fabian, deren Mutter Amrita lieber mit einem Oberguru in Oregon beim Bhagwan Erleuchtung finden als weiter ernüchternde Diskussionen in der WG führen möchte.

Culture Clash-Komödie über den Zusammenprall von wildem Leben in einer Bhagwan-Kommune und bayerischer Dorfgemeinschaft. Die "Orange People" gehörten in den 1980er Jahren zum großstädtischen Straßenbild, die Ideen des Sex-Gurus Bhagwan stießen auf Begeisterung, so mancher Intellektuelle wurde Sannyasin und trug an einer hölzernen Perlenkette des Bild des Meisters. Eine Gruppe dieser Jünger entschließt sich, auf einem geerbten Bauernhof in Talbichl ein Therapiezentrum zu bauen und stellt damit den ruhigen Alltag der bayerischen Dorfbewohner auf den Kopf. Bald steht Om beim halbnackten Mitternachtstanz gegen Amen in der Kirche, Schützenfest gegen schrankenlose Freiheit. Mittendrin im Tohuwabohu sind die beiden Kinder Lili und Fabian, deren Mutter Amrita lieber mit einem Oberguru in Oregon beim Bhagwan Erleuchtung finden als weiter ernüchternde Diskussionen in der WG führen möchte. Drehbuchautorin Ursula Gruber und ihr Bruder Georg, Produzent von Odeon Pictures, wuchsen in eine Bhagwan-Kommune südlich von München auf und bringen ihre Kindheitserinnerungen ein. So erzählt der Film aus dem Blickwinkel des Mädchens den Zwiespalt zwischen Außenseiterdasein und der Sehnsucht nach einer ganz normalen Familie. Zu Hause läuft sie in Orange herum, in der Schule brav in grauem Faltenrock und Zöpfen, betet fromm das "Vater Unser" und trommelt gar in der Trachtenkapelle. Mit augenzwinkerndem Witz skizziert Marcus H. Rosenmüller den Spagat zwischen den beiden Welten, auch bei den Erwachsenen, wenn da einer heimlich Würstel futtert statt Vollkornschrot, Amritas Lebensgefährte wie ein Spießer eifersüchtig auf ihren heißen Lover reagiert, oder eine heiße Jüngerin sich lieber den örtlichen Postboten angelt, statt mit einem der Rotröcke das Matratzenlager lustvoll zu teilen. Die Gegensätze sind mit Menschlichkeit und Wärme inszeniert, die Gags treffen ins Schwarze und die Gegenüberstellungen der Lebensformen sind mehr als komisch, da tollen Männer im Adamskostüm durchs Gras, Amrita singt wie eine Göttin Mantras auf dem Stein der Erleuchtung während der reaktionäre Bürgermeister verstohlen durch die Büsche lurt und Lili bei Knödeln glücklich ist. Nur einmal geht Rosenmüller der Gaul durch, bei einer Riesenkeilerei zwischen Kommunarden und Konservativen, die an krudes Bauerntheater erinnert. Die kindliche Naivität und Neugier zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung, bilden die Klammer zwischen Bauernhof und Buddha-Halle, Trachtenverein und Urschrei-Therapie. Jeder findet seinen Platz. Rosenmüller gelingt mit "Orange" erneut eine Art Heimatfilm. Sogar der märchenhafte Auftritt von Elefanten am Ende stimmt. Auch sie passen in sein Konzept von bayerischer Heimat. mk.

Verleih:
Majestic (Fox)
Regisseur:
Marcus H. Rosenmüller
Mitwirkende:
Petra Schmidt-Schaller (Amrita), Amber Bongard (Lili), Bela Baumann (Fabian), Georg Friedrich (Siddharta), Oliver Korittke (Gopal)


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