Sehnsucht nach Paris

Komödie/Lovestory | Spieldauer 98 Min.



Sehnsucht nach Paris


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FSK 0 2D

Länge 98 Min. | Erschienen am 12.02.2015
Komödie/Lovestory | Frankreich/2013

Ein ruhiges Leben führen Viehzüchterin Brigitte und ihr Gatte auf dem Land. Nach einem Flirt auf einer Party mit einem jungen Pariser, der ihr Sohn sein könnte, spürt die Mittfünzigerin Lust auf Abenteuer und fährt unter dem Vorwand eines Arztbesuchs in die Seinemetropole. Es ist aber nicht der jugendliche Charmeur, der ihr dort den Kopf verdreht, sondern ein attraktiver Däne. Was sie nicht ahnt: Ihr Gemahl ist ihr nachgereist.

Französische Version der "comedy of remarriage", in der Isabelle Huppert und Jean-Pierre Darroussin den Beziehungsblues auf ihre Weise überwinden. Isabelle Huppert kann alles, sogar als Landwirtin in Marc Fitoussis leichter Tragikomödie überzeugt sie, auch wenn leichte Zweifel an ihrer Bodenständigkeit in Gummistiefeln auftauchen. Viehzüchterin Brigitte Lecanu und ihr Mann Xavier haben die sexuell wilde Zeit hinter sich, Gefühle zeigt er nur, wenn bei der jährlichen Leistungsschau sein Zuchtbulle Ben Hur Preise kassiert, ansonsten gibt's ein Küsschen auf die Wange vorm Schlafengehen. Bei einer Party im Nachbarhaus lernt die Frau einen jungen Pariser kennenlernen und fühlt sich durch seine Komplimente geschmeichelt. Kurz entschlossen fährt sie unter dem Vorwand eines Arztbesuchs für zwei Tage und Nächte nach Paris. Der heiße Flirt entpuppt sich zwar als absolute Niete, dafür verbringt sie einen wunderschönen Abend und eine aufregende Nacht mit einem attraktiven dänischen Geschäftsmann. Was sie nicht ahnt: Ihr Mann ist ihr heimlich gefolgt. Die Erzählung startet unspektakulär, nur ein unerklärlicher Ekzem am Brustansatz, der sich langsam ausweitet und wohl Symptom für ein inneres Unbehagen ist, irritiert den geordneten Alltag. Die "kleine Schäferin", wie Xavier seine Frau nennt, schwankt zwischen Lust am Ausbruch und Festhalten am gemeinsamen Leben. Der Film zeichnet ein modernes bäuerliches Milieu mit WiFi im Haus und einem Austin Mini in der Garage, ein Paar, das sich arrangiert hat, dessen Sohn sogar eine Ausbildung zum Zirkusartisten durchläuft, zum Missfallen des Vaters. Die Geschichte einer späten Emanzipation spielt mit verschiedenen Genres und unterwandert das übliche Schema, nach dem sich eine Frau auf der Suche nach sich selbst in ein Abenteuer stürzt, überrascht mit unerwarteten Wendungen und verliert sich nicht in einem falschen Happy End. Wenn das Paar am Ende am Toten Meer Urlaub macht und im letzten Bild fast als Einheit im Wasser schwimmt, bleibt die Frage nach der Zukunft vage. So antwortet Brigitte auf die Feststellung des Partners, "ich glaube das tut uns gut" mit einem sybillinischem "Ich hoffe es". An der Seite von Huppert brilliert der in Frankreich sehr populäre Jean-Pierre Darroussin als Mann, der trotz seiner seelischen Verletzung und emotionalen Zerreisprobe wieder aufsteht, seine Unbeholfenheit macht ihn sympathisch. Die subtile Kamera von Agnès Godard, der "britische" Look und der von englischer Elektromusik und Pop inspirierte Grundton runden diese französische "comedy of remarriage" perfekt ab. mk.

Verleih:
Wild Bunch (Central)
Regisseur:
Marc Fitoussi
Mitwirkende:
Isabelle Huppert (Brigitte Lecanu), Jean-Pierre Darroussin (Xavier Lecanu), Michael Nyqvist (Jesper), Pio Marmaï (Stan), Jean-Charles Clichet (Régis)


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