Rumba

Komödie/Drama | FSK 12 | Spieldauer 77 Min.



Rumba


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FSK 12 2D

FSK 12 | Länge 77 Min. | Erschienen am 06.11.2008
Komödie/Drama | Frankreich/Belgien/2008

Grundschullehrer Dom (Dominique Abel) und Fiona (Fiona Gordon) frönen stets nach Feierabend ihrer Leidenschaft für die Rumba und gewinnen locker jeden Tanzwettbewerb. Doch auf dem Heimweg von einer Tanzveranstaltung stellt sich ihnen das Schicksal in Person eines tollpatschigen Selbstmörders in den Weg. Um ihn vor dem Freitod zu bewahren, fahren sie mit dem Auto gegen eine Wand. Und ihr Leben ist nicht mehr wie es vorher war. Fiona wacht in einem Ganzkörpergips auf, und Doms Gedächtnis leidet fortan unter Systemausfall. Als sich Dom nicht mehr an den Heimweg erinnern kann und stattdessen in einer Imbissbude mit Meerblick landet, begibt sich Fiona auf eine abenteuerliche Suche nach ihm. Eine Clowneske, zu deutsch: Eine heiter-bittere Tragikomödie ungewöhnlichen Stils präsentiert das Kreativ-Trio Gordon-Abel-Romy. Sie berufen sich bei ihrer haarsträubend komischen Geschichte über Liebe und Leidensfähigkeit auf die Legenden Buster Keaton und Jacques Tati ("Trafic").

Die verschüttete Tradition von Buster Keaton und Jacques Tati reanimiert eine unverfrorene französische Komödie, die mit liebenswerter Bosheit die Leidensfähigkeit eines Paares prüft. Tagsüber lehren Fiona (Fiona Gordon) und Dom (Dominique Abel) an einer Grundschule, nach Feierabend tanzen sie leidenschaftlich Rumba und räumen auf Wettbewerben jeden Preis ab. Wer nun einen Tanzfilm erwartet, darf sich überraschen lassen, denn das gemeinschaftliche Werk von Gordon, Abel und Bruno Romy (der als rabiater Schokocroissant-Dieb auftritt) ist die ungewöhnlichste und bezauberndste Komödie der Saison. Als ihnen ein glückloser Selbstmörder (Philippe Martz) bei der Heimfahrt vor das Auto läuft, können sie gerade noch ausweichen - und krachen in eine Mauer. Mit fatalen Folgen: Fiona erwacht als einbeinige Gipsskulptur im Krankenhaus, Dom leidet nach einem Schädeltrauma am "Memento"-Syndrom und vergisst nach wenigen Sekunden, was gerade geschehen ist. Diese Tragödie wird mit den Mitteln einer Komödie erzählt, die von vollendet unschuldiger Bösartigkeit und gnadenloser Konsequenz ist. Kaum entlassen, erweisen sich die beiden als nicht überlebensfähig im Alltag: In kurzer Folge arbeits- und obdachlos geworden, lösen die ungeschickten Tölpel eine Katastrophe nach der anderen aus, an der vor allem sie selbst zu leiden haben. Dom wird überfallen und schließlich ausgerechnet von dem Selbstmörder aufgenommen, der ob seiner Schuld in Tränen ausbricht. Fiona indes wähnt Dom tot und kehrt nach einem Jahr zu seinem vermeintlichen Sterbeort an der Küste zurück. Das alles erzählt das Regie-Trio als vorwiegend bühnenhaftes Clowns-Stück, das fast jede Szene als Vignette entfaltet, in der sich die Naivlinge mit der Tücke des Objekts oder den Unzulänglichkeiten des eigenen Handicaps herumschlagen. Zwischenzeitlich glaubt man, der unvergessene Jacques Tati sei auferstanden, so ungerührt, ernsthaft und dialoglos wird der Humor zelebriert. Dazwischen blitzt der halsbrecherische Slapstick eines Buster Keaton auf. Liebevolle Details und eine klasse Mise-en-Scène bieten das Podium für ein Lustspiel, das fast ausschließlich durch das Spannungsverhältnis von Komik und Tragik funktioniert. Die stilvolle Posse fällt in jeder Hinsicht aus der Zeit, denn nicht nur der Retro-Look mit seinen betont grellen Farben und Formen, sondern die gesamte Machart ist untypisch für zeitgenössisches Kino und nicht nur deshalb ein Genuss. Ganz große Kunst. tk.

Verleih:
X Verleih (Warner)
Regisseur:
Dominique Abel
Mitwirkende:
Dominique Abel (Dom), Fiona Gordon (Fiona), Philippe Martz (Der Selbstmörder), Bruno Romy (Der Schokocroissant-Dieb)


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