Rivers and Tides

Dokumentarfilm/Kunst | Spieldauer 94 Min.



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Rivers and Tides


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FSK 0 2D

Länge 94 Min. | Erschienen am 07.03.2002
Dokumentarfilm/Kunst | Deutschland/2000

Über den schottischen Künstler Andy Goldsworthy sind bereits etliche Bildbände erschienen. Sein Material nimmt er ausschließlich aus der Natur. Er arbeitet mit Steinen, Blättern, Zweigen, Eis, er arrangiert sie innerhalb ihrer Umgebung um, überlässt sie dem Wind, dem Regen, der Zeit, die sie verändern. Nur seine Fotos halten den Moment fest.

Thomas Riedelsheimer wagte sich an ein langwieriges Projekt, als er beschloss, die Entstehung und die Auflösung von Andy Goldsworthys Naturinstallationen mit der Kamera zu begleiten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten scheint die außergewöhnliche Zusammenarbeit erstaunlich gut funktioniert zu haben. Das Ergebnis zeugt nicht nur von der Einmaligkeit der Schöpfungen Goldsworthys sondern auch von Riedelsheimers Kunst, ihre Schönheit eindrucksvoll aber unaufdringlich in bewegende Bilder einzufangen. Über vier Jahreszeiten hinweg begleitete Riedelsheimer mit seinem kleinen Team und einem Spezialequipment den rastlosen Briten, dessen Hände zwar stets ruhig scheinen, dessen strubbelige Haare, etwas misstrauisch bohrender Blick und ständiges Nachgrübeln doch eine hohe Anspannung bei der Arbeit verraten. Der in Schottland lebende Engländer nimmt keine Rücksicht auf sich selbst, wenn es um die Perfektion seiner kurzlebigen Skulpturen aus Eiszapfen oder Kompositionen aus Blättern und Dornen geht. Er verwendet alles erdenkliche, was die Natur zu bieten hat - Wasser, Bäume, Blumen, Steine, Schafswolle -, und gestaltet daraus Kreise, kernförmige Plastiken oder Wellenlinien, die er auf selbstgeschossenen Fotos festhält. Die Sammelbände mit den Abbildungen seiner Arbeiten gehören zu den bestverkauften Kunstbüchern der Welt. Dass Flut, Sonne und Wind den Bemühungen oft tagelanger Arbeit im Nu den Garaus machen, ist laut Goldsworthy "das Schönste, was mir und ihnen passieren kann". Riedelsheimer gelingt es, Bilder zu zeigen, die dem Anspruch des Künstlers genauso gerecht werden wie der Neugier des Publikums. Dabei gestaltet er das Porträt eines glücklichen Menschen, der auf dem Weg zurück zur Natur sich selbst fand und dessen Arbeit für ihn Spaß, Herausforderung und Erfolg in jeder Hinsicht bedeutet. Riedelsheimers empfindsame Kameraarbeit (belohnt mit dem Deutschen Kamerapreis 2001), die ausgeglichene Komposition seines Filmes und die empathische Musik Fred Friths machen "Rivers and Tides" zu einem seltenen ästhetischen Kinoerlebnis. csz.

Verleih:
Piffl
Regisseur:
Thomas Riedelsheimer
Mitwirkende:
Andy Goldsworthy