La Bohème

Musikfilm | Spieldauer 114 Min.



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La Bohème


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FSK 0 2D

Länge 114 Min. | Erschienen am 23.10.2008
Musikfilm | Österreich/Deutschland/2008

Der bettelarme Dichter Rodolfo (Rolando Villazón) und seine Nachbarin, die gleichsam mittellose und an Tuberkulose erkrankte Mimi (Anna Netrebko) verlieben sich. Ihre Beziehung im Paris Mitte des 18. Jahrhunderts bringt keine guten Aussichten auf Erfolg mit: Neben ihrer Armut setzen dem Poeten und der Näherin seine krankhafte Eifersucht und zahlreiche Missverständnisse zu, bis die Liebe des Bohemiens zu dem zarten Geschöpf ein tragisches Ende findet. Ganz besonders Anna Netrebko, aber auch ihr Gesangs-Partner Rolando Villazón haben längst die Oper wieder salonfähig gemacht und übertragen diesen Enthusiasmus im Giacomo-Puccini-Jahr 2008 auch auf das Kino. Eine prachtvolle Inszenierung zeigt das Traumpaar in dem Evergreen.

In seiner werkgetreuen Adaption der Puccini-Oper hat der Österreicher Robert Dornhelm vor allem Augen für seinen musikalisch wie optisch betörenden Star Anna Netrebko. Sie hat die Oper wieder salonfähig gemacht, mit ihrer Erotik, ihrer Ausstrahlung, ihrer Schönheit für einen wahren Boom in einem angestaubten, für viele nicht mehr als zeitgemäß erachteten Kunstzweig gesorgt. Jetzt erobert die russische Ausnahmesopranistin Anna Netrebko auch noch die Kinoleinwand und wird damit für einen zusätzlichen Popularitätsschub für sich und ihr Metier sorgen. Zugleich führt der vornehmlich in den USA arbeitende Österreicher mit rumänischen Wurzeln, Robert Dornhelm, in "La Bohéme" die Netrebko mit dem mexikanischen Tenor Rolando Villazón zusammen und vereint damit das Traumpaar der zeitgenössischen Opernmusik vor der Kamera. Giacomo Puccinis "La Bohéme" spielt im Paris Mitte des 18. Jahrhunderts und erzählt von der Liebe zwischen dem bettelarmen Dichter Rodolfo (Villazón) und der neben Mittellosigkeit auch noch an Schwindsucht leidenden Mimi (Netrebko), die nach einigem Auf und Ab sowie Eifersüchteleien und Missverständnissen schließlich tragisch - mit Mimis Tod - endet. Dornhelm empfahl sich zuletzt mit dem aufwändigen TV-Vierteiler "Krieg und Frieden" und dem Dirigenten-Porträt "Karajan - oder die Schönheit wie ich sie sehe" für diese Aufgabe. Seine filmische Interpretation der Puccini-Oper könnte man als klassisch bezeichnen, als zeitlos und auf das Duo Netrebko/Villazón fokussiert. Während sich Dornhelm einer musikalischen Einspielung, die im April 2007 in der Münchener Philharmonie entstanden ist, bedient, hat er das alte Paris in den Wiener Rosenhügel Studios wieder erstehen lassen. Dabei nutzt der Regisseur den Vorteil des Films gegenüber einer Bühneninszenierung voll und ganz aus. Das heißt, auf der einen Seite rückt er seinen Stars zu Leibe, zeigt sie in Großaufnahmen, schmeichelt um Netrebkos apartes Dekolleté, auf der anderen Seite nutzt er den sich ihm bietenden Raum, die Möglichkeit des Perspektivwechsels, sorgt mit von vielen Statisten bevölkerten Massenszenen wie etwa auf dem Straßenmarkt für Abwechslung und verhindert so das Kammerspielartige, Enge, Begrenzte. Am Ende hat Dornhelm das erreicht, was er wollte. Er hat Netrebko und Villazón ein Denkmal gesetzt - die beiden danken es ihm mit angenehm zurückhaltendem (Schau-)Spiel und fraglos grandiosem Gesang. lasso.

Verleih:
NFP (Warner)
Regisseur:
Robert Dornhelm
Mitwirkende:
Anna Netrebko (Mimi), Rolando Villazón (Rodolfo), Nicole Cabell (Musetta), George von Bergen (Marcello), Adrian Eröd (Schaunard)