I Can't Think Straight

Drama | Spieldauer 80 Min.



I Can't Think Straight


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FSK 0 2D

Länge 80 Min. | Erschienen am 16.04.2009
Drama | Großbritannien/2007

Drei Mal schon hat Tala (Lisa Ray), Tochter gut situierter Muslime in Jordanien, pompös angesetzte Hochzeitsfeiern platzen lassen. Die Eltern Reema (Antonia Frering) und Omar (Dalip Tahil) hoffen, beim vierten Anlauf endlich das Geduldspiel überstanden zu haben. Dann aber trifft Tala in London die ebenfalls aus reichem Hause stammende Inderin Leyla (Sheetal Sheth) und verliebt sich. Leyla gesteht ihre Gefühle öffentlich ein. Für Tala wäre das undenkbar. Kulturelle Schranken und die Macht der Tradition verbieten es einer jungen Muslimin, zu ihren Gefühlen zu stehen. Die lesbische Romanze besetzt Shamim Sarif mit dem gleichen Duo wie im kürzlich gestarteten "Die verborgene Welt" und beweist erneut Gespür für ein tiefsinniges Liebesdrama.

Interkulturelle Queer Romance auf den Spuren von Douglas Sirk: Shamim Sarif setzt eine Frauenfantasie um zwei traditionsgebundene weibliche Lover ins adrette Bild. Im gleichen Jahr kurz nach Sarifs Debütfilm "Die verborgene Welt", der erst jüngst im Kino anlief, entstanden, kann man dem Nachfolger eine deutlich gereifte Regie bescheinigen, die weniger bemüht und mit erstaunlicher Leichtigkeit und komödiantischen Untertönen das Sujet einer gleichgeschlechtlichen Liebe unter widrigen gesellschaftlichen Bedingungen leicht - aber entscheidend - variiert. Zwar gibt es auch heutzutage noch einige Intoleranz zu beheben, doch gelingt es Sarif abermals nach eigener Buchvorlage mildherzig und locker die schwierige Romanze der muslimischen Jordanierin Tala (Lisa Ray) und der indischstämmigen Londonerin Leyla (Sheetal Sheth) als traumhaftes Schmacht-Melo zu dichten. Die beiden hübschen Hauptdarstellerinnen aus ihrem Erstling sind erneut von der Kamera umschmeichelter Mittelpunkt und der Reichtum ihrer Familien gibt Anlass für elegant-luxuriöse Bilderbögen, aber entblößt auch engstirnige Moralvorstellungen, die beide Frauen an der Seite von Männern sehen und ihre wahren Gefühle knechten. Wie ein Kapitel aus "Reich und schön", gewürzt mit etwas "Desperate Housewives"-Intrigen-Soap und minimalem "L-Word"-Selbstbewusstsein mutet die charmante Liebesgeschichte über politische und religiöse Grenzen hinweg an. Mit einem Touch Bollywood beginnt Sarif ihren Reigen, karikiert den Snobismus der indischen Oberschicht und zeichnet vor allem Mütter und Schwestern als giftige Schlangen, während die Väter das Coming-Out mit Fassung tragen. Bis dahin trägt vor allem Tala schwere innere Kämpfe aus, zumal sie sich den Konventionen nicht entziehen kann, aber wie in Douglas Sirks bestechenden Melodramen steht sie letztendlich für sich selbst ein. Der entwaffnend schöne, humorvolle und rauschhafte Feel-Good-Movie kommt mit den besten Empfehlungen vom Verzaubert Filmfest und wird allerorts für Kaffee-&-Croissant-Stimmung sorgen. tk.

Verleih:
Pro-Fun
Regisseur:
Shamim Sarif
Mitwirkende:
Lisa Ray (Tala), Sheetal Sheth (Leyla), Dalip Tahil (Omar), Antonia Frering (Reema), Anya Lahiri (Lamia)


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