How to Cook Your Life

Dokumentarfilm/Kochen/Backen | Spieldauer 92 Min.



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How to Cook Your Life


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FSK 0 2D

Länge 92 Min. | Erschienen am 10.05.2007
Dokumentarfilm/Kochen/Backen | Deutschland/2007

Edward Espe Brown lebt im kalifornischen Fairfax und ist ein weiser und manchmal auch zorniger Zen-Priester. Neben seiner Arbeit als Lehrmeister und Philosoph ist er vor allem für die berühmten Tassajara Kochbücher bekannt. Denn Brown ist ein Meisterkoch, der bei selbst gehaltenen Kochkursen Einblick in sein Können gewährt. Der chef de cuisine propagiert nicht einfach nur die Nahrungsaufnahme, sondern hat Kochen zur Fürsorge für einen selbst und andere erkoren. Seine praktischen Tipps enthalten Weisheit und philosophische Tiefe. "Männer"-Expertin Doris Dörrie kombiniert in ihrer heiteren Dokumentation Zen mit der Kunst des Kochens. Die Komödienregisseurin frönt abermals ihrem Interesse für Buddhismus und Spiritualität, welche sich hier ganz lebensnah in ein Sinnenfest verwandeln.

Ein Zen-Meister aus Kalifornien zeigt anschaulich, dass Essen mehr ist als Nahrungsaufnahme und zelebriert Kochen als Fest der Sinne und Erfahrung von Gemeinschaft und Kultur. Aus Radieschen geschnitzte Buchstaben des Titels machen schon Lust auf diese Doku und die Verbindung zwischen der Kunst des Kochens und der Kunst des Lebens. Doris Dörrie begleitet Edward Espe Brown von einem buddhistischen Zentrum in Österreich nach Kalifornien in verschiedene Zen Center, beobachtet ihn bei seinen Lectures und Kochkursen. Da wird das Backen von Kuchen, Brot oder Pizza schon beim Zugucken zum Genuss, lebensnah philosophiert und undogmatisch gelehrt, Lebensmittel mit Respekt zu behandeln, was nichts anderes heißt, als mit sich selbst und anderen behutsam umzugehen. Wer sich ständig mit Junk Food abfüllt, fühlt irgendwann nicht mehr sein Inneres - kurz gesagt, der Mensch ist, was er isst. Für den Zen-Mönch und Autor von Bestsellern wie "The Tassajara Recipe Book" sind es die kleinen Dinge des täglichen Lebens, die zählen. Während Filme über die Fast-Food-Industrie oft mit erhobenen Zeigefinger ihre Message verbreiten, nähert sich Dörrie dem Thema von der positiven Seite, zeigt durch ihren Protagonisten mögliche Alternativen auf, die der gerne mit heiteren Anekdoten schmückt. Die Beschaulichkeit wechselt mit Bildern aus Schnellrestaurants, in denen unförmige Wesen Hamburger in sich hineinstopfen, einer Frau, die sich als "Back Door Catering Service" vorstellt und von dem lebt, was sie auch schon mal von auf die Straße hängenden Zweigen pflückt, oder einem Typen, der sich aus Prinzip nur von essbaren Resten aus Mülltonnen ernährt. Nach diesen Ausflügen lockt Browns Welt umso mehr. Nur einmal verliert der sonst so fröhliche und ausgeglichene Meister seine Fassung, als sein Blick auf alte und zerbeulte Teekessel fällt. Da kommen ihm die Tränen: "Auch sie machen ihre Arbeit und sind im Alter zu etwas nutze, dann bin ich es vielleicht auch." Westliche Hast versus buddhistische Harmonie, da schlägt unser Herz für die letztgenannte und wir vergessen für 90 Minuten jegliche Hektik und schwören, demnächst nur noch bewusst zu essen und zu leben. "Wenn du den Reis wäschst, dann wasch den Reis. Wenn du Karotten schneidest, schneid Karotten. Und wenn du die Suppe umrührst, rühr die Suppe um." Wäre das doch nur so einfach! mk.

Verleih:
MFA
Regisseur:
Doris Dörrie