Félicité

Drama



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Félicité


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FSK 0 2D

Kinostart am 05.10.2017
Drama | Frankreich/Senegal/Belgien/Deutschland/Libanon/2017

Alain Gomis zeichnet das Porträt einer starken Frau aus Kinshasa, die an ihre Grenzen kommt, als sie das Geld für die Operation ihres bei einem Unfall verletzten Sohnes zusammen bekommen muss. "Félicité" (übersetzt Freude) ist stolz ihr Leben alleine auf die Reihe zu bekommen. Sie hat ihren Mann verlassen und arbeitet als Sängerin, doch so viel Geld hat sie nicht und ihre Band hat auch nicht genug. Mit einem Polizisten treibt sie Schulden bei Bekannten ein, bittet sogar ihren Ex um Unterstützung und klopft schließlich bei reichen Leuten an die Tür und verschafft sich resolut Einlass, schreit und tritt um sich, als die sie aus ihrem Haus raus haben wollen. Fast dokumentarisch schildert Gomis das einfache Geschehen. Die Kamera bleibt sehr nahe bei seinen Figuren und zeigt etwa in der Eingangsszene, wie Félicité in einer Bar auf ihren Auftritt wartet, und wie betrunkenen Männer Frauen anbaggern oder Streit suchen. In beiden tut sich ein Mann besonders hervor, Tabu, die zweite Hauptfigur, die Félicités Freund werden wird. Félicités Auftritt und auch die folgenden haben mehr Emotion und Ausdruck als die im Eröffnungsfilm "Django", wirken echter. Ihr und den sitzenden oder tanzenden Menschen um sie herum klebt echter Schweiß auf der Stirn. Das Dokumentarische wird gebrochen von Traumszenen - wie in "Of Body and Soul" findet sich das Paar tatsächlich in den Träumen, hier der Titelheldin, die durch den nächtlichen Wald streift - und dem Spiel des klassischen Orchester von Kinshasa, das wie ein Chor im antiken Theater wirkt und von schweren Schicksalsschlägen kündet. Auch wenn das Geschehen und die Heldin selbst ihren Namen selten rechtfertigt, spürt man ihre Freude zumindest beim Singen und vor allem am Ende, als Mutter, Sohn und Freund (und Publikum) m herzlichen und befreienden Lachen vereint sind - weil der Freund den Kühlschrank zum xten Mal nicht reparieren konnte. Dem schnöden Schicksal und Alltagsüberlebenskampf kann man nur mit Humor begegnen. Ein schöner, wenn auch ein wenig zu lang geratener Film. hai.

Verleih:
Grandfilm
Regisseur:
Alain Gomis
Mitwirkende:
Véro Tshanda Beya (Félicité), Gaetan Claudia (Samo), Papi Mpaka (Tabu)