Eshtebak

Drama/Thriller



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Eshtebak


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FSK 0 2D

Nach dem Sturz des aus den Reihen der Muslimbrüderschaft gewählten Präsidenten Mohamed Mursi und dem Putsch durch das Militär stürmt das ägyptische Volk die Straßen von Kairo. Sympathisanten beider Seiten und Journalisten werden bei den Zusammenstößen in einen Polizeivan gesperrt und müssen für Stunden dort eingesperrt in der größter Enge und Hitze brüten. Durchs Fenster können sie den weiteren Verlauf der Geschehnisse beobachten.

Der ägyptische Regisseur Mohammed Diab, in seiner Heimat auch als Aktivist bekannt, zeigt in einem Revolutionsthriller den Arabischen Frühling aus dem Innern eines Polizeitransporters. Wie ein "Clash", ein Zusammenstoß, wirkt das mit einfachen, aber effektiven filmischen Mitteln gestaltete Revolutionsstück aus der arabischen Welt. 2013 herrscht in Ägypten der Ausnahmezustand. Nach dem Sturz des aus den Reihen der Muslimbrüderschaft gewählten Präsidenten Mohamed Mursi und dem Putsch durch das Militär stürmt das Volk die Straße, vom Rest der Menschheit mit angehaltenem Atem verfolgt. Mohamed Diab sperrt Militär-Anhänger und Muslimbrüder auf engstem Raum zusammen, filmt fast ausschließlich im Innern des Vans, in dem Journalisten und Sympathisanten beider Seiten festgehalten werden, und aus seinen Fenstern heraus. Die Handkamera verstärkt das beklemmend klaustrophobische Gefühl - ein Entkommen gibt es nicht, auch nicht für den Zuschauer. Auch wenn manchmal ein im arabischen Kino verbreitetes Overacting irritiert, gelingt Diab ein packendes Zeitporträt. In der qualvollen Enge des Wagens prallen bei unerträglicher Hitze die Emotionen der Inhaftierten aufeinander, während auf den Straßen Kairos Schüsse fallen - es sind Stunden der Angst, auch im Innern des Wagens herrscht der Ausnahmezustand. Diab liefert eine Analyse des Aufstands anhand von 25 verschiedenen Personen. Ein Ort, aber unterschiedliche Perspektiven also, die die Gespaltenheit der Bevölkerung spiegeln. Politische und religiöse Überzeugungen prallen aufeinander, gemäßigte ebenso wie extreme Positionen, die selbst Massaker an Zivilisten gutheißen. Diab bezieht keine Stellung, (ver)urteilt nicht. Er zeigt vielmehr, dass unter bestimmten Voraussetzungen Menschen zu allem bereit sein können. Er war selbst in die Unruhen involviert, sein Anliegen ist es, der Revolution Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Bereits seinen Debütfilm "Kairo 678", kurz vor Beginn der Ägyptischen Revolution fertiggestellt, präsentierte Diab 2011 beim Filmfest München. 2016 läuft die ägyptisch-französisch-deutsche Koproduktion "Eshtebak" (Nicole Gerhards NiKo Film war von deutscher Seite beteiligt) in der Reihe CineVision. boe.


Regisseur:
Mohamed Diab
Mitwirkende:
Nelly Karim, Tarek Abdelaziz, Hany Adel, Ahmed Malek, Ashraf Hamdi