Die Hochstapler

Dokumentarfilm | Spieldauer 87 Min.



Die Hochstapler


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FSK 0 2D

Länge 87 Min. | Erschienen am 26.04.2007
Dokumentarfilm | Deutschland/2006

Sie sind Hochstapler, die andere um Millionen betrügen. Sich selbst nennen Torsten S., Marc Z., Peter G. und Jürgen H. Märchenerzähler. Die vier sind wahre Meister im Geldprellen, Unbedarfte manipulieren und Gefühle erschwindeln. Ihr Wissen ist exklusiv - auch darüber, was ihre Lügen mit ihren Opfern anstellen, wie sie ganze Existenzen - etwa die eines Familienvaters - ruinieren können. Oder wie man mit ungedeckten Schecks quer durch die Republik zieht, sich als Diplomat ausgibt und Anteile seines nicht vorhandenen Vermögens verkauft. Die Doku des mehrfachen Grimme-Preisträgers Alexander Adolph erzählt durch Interviews die Lebensgeschichte von Menschen, die mit Raffinesse und Dreistigkeit zu Kriminellen wurden. Ein Lehrstück über Gier, von Tätern wie von Opfern.

Kinofilmdebüt des Drehbuchautors Alexander Adolph, der vier verurteilte Hochstapler dazu gebracht hat, vor laufender Kamera über ihre Missetaten zu erzählen. Ob der Hauptmann von Köpenick, Felix Krull oder William Abagnale Jr., der Steven Spielberg als Vorlage für "Catch Me If You Can" diente - Hochstapler genießen in Literatur und Film große Beliebtheit. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Laut Wikipedia sind Hochstapler "Personen, die mehr scheinen wollen als sie sind, indem sie einem höheren gesellschaftlichen Rang, eine bessere berufliche Position oder ein größeres Vermögen vortäuschen." Von dieser Spezies Mensch handelt der Dokumentarfilm von Alexander Adolph, der sich bisher als Drehbuchautor von "Tatort"-Episoden und zur preisgekrönten Krimireihe "Unter Verdacht" einen Namen gemacht hat. Ihm ist es tatsächlich gelungen, vier verurteilte Hochstapler dazu zu bringen, vor laufender Kamera von ihren Untaten zu berichten. Wenn etwa der 40-jährige Thorsten S. davon erzählt, wie er als US-Major eine NATO-Sicherheitskonferenz organisiert hat, oder der fünf Jahre ältere Jürgen H. nicht ohne Stolz darauf zurückblickt, dass er von mindestens so betuchten wie naiven Managern Millionenbeträge für einen Mondflug kassiert hat, dann ist das manchmal komisch, meistens faszinierend und stets erschreckend. Weil der Film jedoch "nur" von diesen "Talking Heads" und ihren hochspannenden Aussagen lebt, ist es schwierig, das Interesse des Betrachters 84 Minuten lang hoch zu halten. Adolph versucht dies zum einen, in dem er ab und zu von Dieter Schleip ("Liegen lernen") musikalisch untermaltes Archivmaterial sowie nachgestellte, auf körnigem Material gedrehte Szenarien einstreut. Zum anderen setzt er auf die Sogwirkung seines wertvollsten Protagonisten, Mark Z. Denn der 35-Jährige kommt nicht nur durch sein kühles Auftreten dem Bild des skrupellosen Kriminellen gefährlich nahe, er ist der einzige, zu dem auch Opfer und Familienmitglieder Stellung nehmen. Diese kontrastierenden Momente, wenn Marks Mutter etwa meint, ihr Sohn, der mehrere Menschen wissentlich in den finanziellen Ruin getrieben hat, sei doch eigentlich kein schlechter Junge, zählen zu den stärksten und lassen die anderen drei Hochstapler trotz ihrer unglaublichen Liste an monströsen Eulenspiegeleien verblassen. Angesichts der stetig wachsenden Popularität von Dokumentationen ist es lobenswert, dass der junge Verleih Majestic "Die Hochstapler" für ein Kinopublikum zugänglich macht. lasso.

Verleih:
Majestic
Regisseur:
Alexander Adolph


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