Der Bär ist los

Komödie | Spieldauer 95 Min.



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Der Bär ist los


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FSK 0 2D

Länge 95 Min. | Erschienen am 06.04.2000
Komödie | Deutschland/2000

Julia, eine Stadtgöre aus Berlin, muss ihre Sommerferien im Böhmerwald verbringen. Für sie ist dieser Urlaub vorerst nicht an Langeweile zu überbieten, doch schließlich wird es doch noch abenteuerlich. Mit Tom, dem kleinen Dompteur eines bankrotten Zirkus, und den Kindern aus dem Dorf versucht sie, mit viel Witz und Einfallsreichtum einen gutmütigen Dressurbären vor dem Abschuss zu retten.

Der Kinder- und Familienfilm ist ein vernachlässigtes Genre - zu viel Arbeit, zu wenig Geld und zu wenig Ehre. Dana Vávrová ließ sich davon nicht beirren und drehte mit "Der Bär ist los" nicht nur einen unterhaltsamen "Familienfilm", sondern gleichzeitig auch eine Liebeserklärung an ihre tschechische Heimat. Nach ihrem Spielfilmdebut "Hunger - Sehnsucht nach Liebe" geht die Regisseurin Dana Vávrová an ihre Wurzeln als Schauspielerin zurück, begann sie doch als Darstellerin in Kinder- und Jugendfilmen. Vor ein paar Jahren erzählte ihr jemand die Geschichte von einem ausgebüxten Bären, der einer Postbotin das Fahrrad stahl und damit durch die Gegend radelte. Diese Grundidee baute sie aus mit Pädagogik und Phantasie, einer kleinen Dosis Sozialkritik. Julia lebt bei ihrem Vater in Berlin. Als der zu einer beruflichen Reise nach China aufbricht, soll sie die Ferien bei der Mutter im Böhmerwald verbringen, die als gestresste Pensionswirtin um jede Krone kämpfen muss. Der Ausflug in die Pampa verdirbt der Großstadtgöre die Laune, noch schlimmer ist, dass ein trotteliger Wessi in Loden-Outfit in ihrem Zimmer wohnt und die Mutter in Beschlag nimmt. Ein Zirkus, der wegen Radbruchs vor den Toren des Dorfs Station macht, scheint Abwechslung zu bringen, zumal Nachwuchsdompteur Tom das Jungmädchenherz verwirrt. Als dann der tollpatschige kleine Bär ausbricht, geht alles drunter und drüber. Das Tier räumt so richtig im Dorfladen auf, der Wessi freut sich, endlich einen wilden Braten vor die Jäger-Flinte zu bekommen und lockt die Dorfbevölkerung mit einer hohen Prämie, die Zirkus- und Dorfkinder rotten sich dagegen zur Rettung von Meister Petz zusammen, der sich ob des ganzen Theaters wie ein Blitz in die Büsche haut. Ende gut, alles gut... Für 3,9 Millionen Mark entstand dieser liebevoll und in tschechischer Tradition gedrehte Film, dessen Tierschau von Kamel, Lama, Ziege bis zur Schlange sicherlich den Kleinen Spaß macht. Der dreijährige Jungbär wurde intensiv für die Rolle trainiert, musste sich an Kinder gewöhnen und an der Leine herumführen lassen. Zwar probten beim Kinder-Casting 2000 Nachwuchstalente vor der Kamera, den Zuschlag für die wichtigsten Rollen erhielten die eigenen Töchter Janina, Josephina und Theresa. Mitten im Böhmerwald fand die Regisseurin ein zauberhaftes Dorf mit echter Atmosphäre. Die Postbotin, die durch die Liebe zum Entfesselungskünstler die Sprache wiederfindet, spielt sie selbst. Die 33Jährige steckte all ihre Liebe und Energie in das bewusst "altmodisch" inszenierte Projekt, das Computer-Kids eine ganz neue Welt eröffnet. Für volle Kinos will Produzent und Gatte Joseph Vilsmaier sorgen, der sich verstärkt um die Promotion kümmert. Da kann ja wohl nichts schief gehen. mk.

Verleih:
Senator
Regisseur:
Dana Vávrová
Mitwirkende:
Janina Vilsmaier (Julia), Max Riemelt (Tom), Frantisek Pechácek (Jirka), Theresa Vilsmaier (Anna), Daniel Vidlák (Roman)