Attack the Block

Action/Komödie | FSK 16 | Spieldauer 87 Min.



Attack the Block


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FSK 16 2D

FSK 16 | Länge 87 Min. | Erschienen am 22.09.2011
Action/Komödie | Großbritannien/2011

Moses und seine Jugendbande streifen durch die dunklen Straßen ihres Viertels im Süden Londons, überfallen eine Frau, als plötzlich etwas im Auto neben ihnen einschlägt. Dieses entpuppt sich schnell als ekliges Alien. Nach kurzer Verfolgungsjagd wird es von den harten Teenies erfolgreich zur Strecke und ins Drogenversteck gebracht. Doch damit beginnt der eigentliche Ärger erst. Auf einmal regnet es im ganzen Viertel Außerirdische, die nur ein Ziel kennen: ihren toten Artgenossen aufspüren. Dabei haben sie aber nicht mit dem Widerstand der Gang gerechnet, die ihren Häuserblock zu verteidigen wissen.

Ebenso spannender wie amüsanter Genrefilm, in dem eine Handvoll jugendlicher Kleinkrimineller einen Häuserblock im Süden Londons gegen Aliens verteidigt. Seit ein paar Jahren erfährt das britische Independent-Kino eine erfrischende Verjüngungskur und schreibt auch neben Sozialdramen von Ken Loach und Co. internationale Erfolgsgeschichten. Die jungen Wilden der Insel widmen sich dabei gerne der harten Realität am Rande der modernen britischen Gesellschaft ("Adulthood", "Harry Brown"), und auch "Attack the Block" von Regiedebütant Joe Cornish erzählt von einer Jugendgang im Süden Londons, die gleich zu Beginn als der Alptraum eines jeden friedliebenden Mittelständlers eingeführt wird. Doch wo Cornishs Filmkollegen das düstere Bild, dass seit einiger Zeit durch die Medien geistert, bekräftigen, lässt er seine jugendlichen Antihelden kurzerhand zu Sympathieträgern werden, die ihre Welt retten: Nachdem die Bande eine Frau ausgeraubt hat, fällt aus heiterem Nachthimmel ein ekliges Monster, das nach kurzer Verfolgungsjagd zur Strecke gebracht wird. Doch damit fängt die Invasion der Außerirdischen erst an. Allerdings haben sich diese für ihren Angriff den falschen Häuserblock ausgesucht. Cornish weiß um die Absurditäten seines Plots, inszeniert mit Lust am Überspitzen, gibt seine Protagonisten aber nie der Lächerlichkeit preis. Vor allem John Boyega beeindruckt als Moses, sicher einer der coolsten Gangleader der letzten Jahre. Doch auch der Rest der zumeist unbekannten Besetzung weiß zu überzeugen. Als zugkräftiger Name fürs Plakat konnte Nick Frost gewonnen werden, der als belämmerter Dope-Dealer den Low-Budget-Film der "Shaun of the Dead"-Produzenten adelt. Bei aller Komik vergisst Cornish, der sich gekonnt durch 30 Jahre Genregeschichte zitiert, aber nicht die Spannung, die trotz fehlendem Geld erstaunlich effizient aufgebaut wird. Dies liegt zum einen am minimalistischen Setting, das das Hochhausareal wie die Nostromo aus "Alien" erscheinen lässt, zum anderen an den Außerirdischen, die extrem passend als Gorilla-Wolf-Motherfuckers beschrieben werden. Der grandiose Synthie-Soundtrack trägt das Übrige zur Achtzigerjahre-Atmosphäre bei, die jedes Genre-Fan-Herz höher schlagen lässt. Man kann "Attack the Block" vorwerfen, dass er die sozialen Schwierigkeiten in den Problemvierteln der europäischen Großstädte ausschlachtet und verharmlost. Gleichwohl wagt der Film einen anderen Blick auf die ansonsten ewig bösen Täter und verfällt nicht in scheinheiliges Betroffenheitskino. All das verpackt der Regisseur gekonnt in einen Horror-Flick, mit dem er eine eindrucksvolle Visitenkarte hinterlässt. Don't fuck with the bruvs! mahe.

Verleih:
Wild Bunch (Central)
Regisseur:
Joe Cornish
Mitwirkende:
John Boyega (Moses), Jodie Whittaker (Sam), Alex Esmail (Pest), Franz Drameh (Dennis), Leeon Jones (Jerome)


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Kommentare

Insgesamt 2 Kommentar(e) vorhanden


Kommentar von szhusky
03.09.2017 16:52 Uhr

Attack the Block überzeugt mich in keiner Weise. Dafür muss man anscheinend einen Faible haben, der mir fehlt.

Kommentar von NagaPadoha
17.08.2017 22:32 Uhr

Der Trailer vermittelt ein bisschen den Eindruck, dass der Film wie "Shaun of the Dead" nur mit Aliens anstelle von Zombies ist.
Aber "Attack the Block" ist mehr ein spannender Actionfilm, als es "Shaun of the Dead" ist, und legt den Fokus nicht ganz so stark auf Comedy.
Mir hat "Attack the Block" daher sogar besser gefallen, aber das ist natürlich Geschmackssache.