Amy und die Wildgänse

Abenteuer/Drama | Spieldauer 107 Min.



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Amy und die Wildgänse


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FSK 0 2D

Länge 107 Min. | Erschienen am 30.01.1997
Abenteuer/Drama | USA/1996

Die 13jährige Amy hat ihre Mutter verloren und zieht zu ihrem Vater, einem exzentrischen Erfinder, in die Wildnis Ontarios. Beide können nur wenig miteinander anfangen. Erst als Amy zur "Gänsemutter" von einem Dutzend Küken wird, beginnt das verschlossene Mädchen aufzutauen.Vater und Tochter kommen sich bei ihren Bemühungen, den Gänslein das Fliegen zu lehren, näher.

Anna Paquin, als Elfjährige für ihre Darstellung in "Das Piano" mit einem Oscar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet, meldet sich zwei Jahre nach ihrem Triumph mit der Hauptrolle in einem gefühlvollen Familienfilm auf die Leinwand zurück. Regisseur Carroll Ballard knüpft mit dieser emotional erzählten Coming-of-Age-Story an sein Meisterwerk "Der schwarze Hengst" aus dem Jahr 1979 an. Dabei dient diesmal anstatt eines rassigen Pferdes eine Schar possierlicher Wildgänse als Symbol frühpubertärer Freiheits- und Selbstfindung. In Form einer Parabel wird der schmerzhafte Abnabelungsprozeß der 13jährigen Amy (Paquin) nachgezeichnet, die nach dem traumatischen Unfalltod ihrer Mutter zum geschiedenen und völlig enfremdeten Vater (Jeff Daniels beweist, daß er wesentlich mehr auf dem Kasten hat als sein "Dumm und dümmer"-Repertoire) in die idyllisch-abgelegene Wildnis Ontarios ziehen muß. Zunächst steht das altkluge Mädchen ihrem exzentrischen Vater, der sich als Künstler und Erfinder betätigt, brüsk und verschlossen gegenüber. Erst als Amy zum Mutterersatz für frischgeschlüpfte Küken wird, die sie aus den Eiern gerettet hat, taut sie allmählich auf. Da Gänse ihre Verhaltensmuster von ihren Eltern erlernen und nicht instinktiv erfassen, muß Amy mit Hilfe ihres Vaters und einer von ihm ersonnenen Apparatur erst einmal fliegen lernen, um so ihre Schützlinge zum Überwintern nach North Carolina zu führen. In dem Maß, wie die Bereitschaft der Wildgänse für ihre große Reise wächst, stärkt sich auch die angeschlagene Vater-Tochter-Beziehung. Mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen von herbstlichen Forst- und Seegebieten und einer atemberaubend realisierten Flugsequenz durch eine städtische Wolkenkratzerlandschaft fängt der ausgezeichnete Kameramann Caleb Deschanel (seine erste Arbeit seit "Der schwarze Hengst") die beeindruckend-faszinierende Migration der Gänse und ihrer Pflegemami ein. Idealziel: ausgewogene Harmonie zwischen Mensch, Tier und Natur. Neben den hervorragenden Leistungen der sympathisch-individualistischen Protagonisten wird die rührende Tierromantik samt herzerwärmender Situationskomik ihre rührende Wirkung bei Jung und Alt nicht verfehlen. Die Handlung gestattet sich zwar einige Logik-Freiheiten, und das Spannungselement mit einem garstigen Wildhüter und einem skrupellosen Bauunternehmer wirkt unnötig aufgesetzt, doch die gehobene Familienunterhaltung besticht durch ihre unverfälschte Emotionalität, die es dennoch vermeidet, sich durch weinerliche Sentimentalpassagen zu quälen. Das bewegende Abenteuerdrama sollte mit Hilfe kräftig unter die Flügel greifender Publicity-Navigation zu einem verdienten Höhenflug durchaus fähig sein. ara.

Verleih:
Columbia Tristar
Regisseur:
Carroll Ballard
Mitwirkende:
Jeff Daniels (Thomas Alden), Anna Paquin (Amy Alden), Dana Delany (Susan Barnes), Terry Kinney (David Alden), Holter Graham (Baryy Strickland)